Karbonatisierung und Bewehrungskorrosion verständlich erklärt
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IN EINEM SATZ
Beton schützt die Bewehrung normalerweise durch sein alkalisches Milieu. Karbonatisierung durch CO2 aus der Luft baut diesen Schutz langsam ab, und sobald zusätzlich Feuchte vorhanden ist, beginnt der Stahl zu rosten.
Nicht aufschieben: Solange noch nichts abplatzt, unauffällig, aber ein fortschreitender Prozess. Sobald Risse oder Rostspuren sichtbar werden, wird die Lage dringlicher.
Stahlbeton hat eine Eigenschaft, die im Alltag selten bewusst wird: Der Beton schützt den darin liegenden Stahl nicht nur mechanisch, sondern auch chemisch. Solange dieser Schutz intakt ist, rostet Bewehrungsstahl praktisch nicht, selbst wenn Feuchtigkeit an das Bauteil gelangt. Genau dieser Schutz kann jedoch über Jahrzehnte langsam abgebaut werden, durch einen Vorgang, der zunächst nichts mit Wasser zu tun hat, sondern mit Kohlendioxid aus der Luft.
Dieser Vorgang heißt Karbonatisierung, und er verläuft unsichtbar. Eine chemische Front wandert von der Betonoberfläche langsam nach innen und verändert dabei die Eigenschaften des Betons so, dass der eingebettete Stahl seinen natürlichen Korrosionsschutz verliert, sobald diese Front ihn erreicht. Solange der Beton dabei trocken bleibt, passiert zunächst wenig. Kommt jedoch Feuchte hinzu, beginnt der Stahl zu rosten, und aus einem unsichtbaren chemischen Vorgang wird ein Schaden, der sich, wie im Beitrag zu Betonschäden am Balkon beschrieben, selbst weiter beschleunigt.
Dieser Beitrag erklärt die Mechanik hinter diesem Prozess, unabhängig davon, ob es sich um einen Balkon, eine Fassade, eine Stütze oder eine Decke handelt. Wer versteht, warum und wie diese unsichtbare Front voranschreitet, kann Warnzeichen früher einordnen und weiß, welche Untersuchung tatsächlich Klarheit schafft.

