Nachträgliche Horizontalsperre per Injektion: wann sie wirkt und wann nicht
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IN EINEM SATZ
Eine Injektion unterbricht den kapillaren Wassertransport im Mauerwerk. Sie wirkt nur, wenn die Feuchte tatsächlich von unten aufsteigt, der Durchfeuchtungsgrad zum Mittel passt und die Bohrlochreihe lückenlos ausgeführt ist. Gegen seitlich eindringendes Wasser, Kondensat oder Salzbelastung hilft sie nicht.
Beobachten: Keine Eile beim Beauftragen. Eine falsch eingesetzte Injektion kostet Geld und löst das Problem nicht; die Voruntersuchung entscheidet.
Die nachträgliche Horizontalsperre im Injektionsverfahren ist eine der am häufigsten angebotenen Maßnahmen gegen feuchte Kellerwände, und sie wird ebenso häufig falsch eingesetzt. Das Verfahren selbst ist bewährt: In einer Bohrlochreihe wird ein Mittel in das Mauerwerk eingebracht, das die Kapillaren verengt oder wasserabweisend auskleidet und so den Aufstieg von Bodenfeuchte unterbricht. Die Wirkung hängt aber von Voraussetzungen ab, die vor der Ausführung geprüft werden müssen und in vielen Angeboten nicht einmal erwähnt werden.
Die erste Voraussetzung ist die Diagnose. Eine Injektion wirkt ausschließlich gegen kapillar aufsteigende Feuchte. Kommt das Wasser seitlich durch eine fehlende Außenabdichtung, von oben über einen undichten Sockel oder als Kondensat aus der Raumluft, ändert die Sperre nichts. Die Wand bleibt feucht, und der Auftraggeber hat für eine wirkungslose Maßnahme bezahlt.
Die zweite Voraussetzung ist die Ausführung. Bohrlochabstand, Bohrtiefe, Neigung, Mittel und Menge müssen zum Wandaufbau und zum Durchfeuchtungsgrad passen. Eine Bohrlochreihe mit Lücken, ein Mittel, das bei hoher Durchfeuchtung nicht mehr in die Kapillaren gelangt, oder eine Sperre, die oberhalb des Feuchtehorizonts liegt, bringen nichts. Die dritte Voraussetzung ist die Nachbehandlung: Auch eine wirksame Sperre trocknet die Wand nicht über Nacht; salzbelasteter Altputz muss ersetzt werden, sonst zieht er weiter Feuchte aus der Luft.

