Fenster falsch eingebaut? Die typischen Montagefehler und wie Sie sie erkennen
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IN EINEM SATZ
Ein Fensteranschluss braucht drei Ebenen: innen luftdicht, in der Mitte gedämmt, außen schlagregendicht und diffusionsoffen. Montageschaum erfüllt nur die mittlere Aufgabe. Fehlen innere oder äußere Ebene, Tragklötze, Befestigung oder Fensterbankanschluss, folgen Zugluft, Tauwasser und Schimmel in der Laibung. Die Luftdichtheit lässt sich mit einer Blower-Door-Messung nachweisen; das Gebäudeenergiegesetz begrenzt die Luftwechselrate ohne Lüftungsanlage auf 3,0 je Stunde bei 50 Pascal.
Nicht aufschieben: Montagefehler am Fenster zerstören das Bauteil nicht sofort, führen aber innerhalb weniger Heizperioden zu Schimmel in der Laibung und sind nach Ablauf der Gewährleistung nur noch auf eigene Kosten zu beheben.
Beim Fenstertausch richtet sich die Aufmerksamkeit meist auf das Produkt: Verglasung, Rahmenmaterial, Wärmedurchgangswert, Schallschutz. Der Einbau gilt als Nebensache, die der Monteur in einer Stunde je Fenster erledigt. Tatsächlich entscheidet die Fuge zwischen Blendrahmen und Mauerwerk darüber, ob die bezahlten Eigenschaften des Fensters im Gebäude ankommen. Diese Anschlussfuge ist bei einem üblichen Wohnungsfenster etwa 10 bis 20 mm breit und läuft rund um das Bauteil. Sie muss Wind, Schlagregen, Wasserdampf aus dem Raum, Temperaturbewegungen und das Eigengewicht des Fensters aufnehmen. Dafür sieht das Regelwerk einen mehrschichtigen Aufbau vor, der sich in einem Satz zusammenfassen lässt: innen dichter als außen.
Gemeint sind drei Ebenen. Die innere Ebene trennt das Raumklima von der Fuge und muss luftdicht und dampfbremsend sein, damit keine warme, feuchte Raumluft in die Fuge strömt und dort an kalten Flächen kondensiert. Die mittlere Ebene ist die Funktionsebene, sie dämmt die Fuge wärme- und schalltechnisch; hier hat der Montageschaum seinen berechtigten Platz. Die äußere Ebene ist die Wetterschutzebene, sie muss Schlagregen abhalten und zugleich dampfdiffusionsoffen sein, damit Feuchte aus der Fuge nach außen abtrocknen kann. Dieser Aufbau ist im Leitfaden zur Montage der RAL-Gütegemeinschaft Fenster, Fassaden und Haustüren beschrieben, den das ift Rosenheim fachlich betreut. Er gilt als anerkannte Regel der Technik, auch wenn er keine Norm ist.
In der Praxis wird dieser Aufbau häufig auf den Schaum reduziert. Der Schaum ist schnell verarbeitet, füllt die Fuge sichtbar aus und wirkt nach dem Abschneiden fertig. Er ist aber weder luftdicht noch schlagregendicht und wird unter UV-Licht spröde. Hinzu kommen Fehler, die nichts mit der Abdichtung zu tun haben: falsche Lage des Fensters im Wandquerschnitt, fehlende Tragklötze, zu wenige Befestigungspunkte oder eine Fensterbank ohne Anschlussprofil und seitliche Bordstücke. Die Folgen zeigen sich selten bei der Abnahme. Sie zeigen sich im ersten oder zweiten Winter als Zugluft, beschlagene Scheibenränder, dunkle Ecken in der Laibung und Schimmel. Dieser Artikel beschreibt die häufigsten Einbaufehler, erklärt die Zusammenhänge und zeigt, wie sich ein Einbau mit vertretbarem Aufwand prüfen lässt.

